Donnerstag, 19. März 2026
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu (Jahreslosung 2026 aus Offenbarung 21, 5)
Osterkerze 2026
Zwei Gedanken gingen mir spontan durch den Kopf beim Betrachten der diesjährigen Osterkerze: Dieses Kreuz erinnert mich mit den beiden grünen Blättern zum einen an eine gerade aufspringende Blüte einer in der Erde verwurzelten Pflanze. Was vorher noch in der Knospe verschlossen war, ist jetzt offen und strahlend. Und zum andern: Die Kreuzbalken sind nicht mehr starr, gerade und unbeweglich, sondern sind im Licht der aufgehenden Sonne in Bewegung geraten.
Beides zusammen sagt mir: An Ostern beginnt etwas Neues.
Karfreitag hieß: Es ist alles beim Alten. Die religiös und politisch Mächtigen haben ihr Machtwort gesprochen. Sie konnten es nicht ertragen, dass Jesus mit seinen Worten und Taten ihre Macht in Frage stellte. Er verkündigte und lebte wie kein anderer Gottes Liebe zu den Menschen - gerade zu denen am Rand, die unter die Räder gekommen waren, die von den andern längst aufgegeben und zur Seite geschoben waren, die nicht den gängigen Regeln und Anforderungen genügten, die keine Rolle spielten im Gefüge der Macht und in den Spielzügen der Mächtigen. Darum war er ihnen im Weg und störte ihre Kreise. Mit seinem Tod wollten sie ihn aus der Welt schaffen. So hatten sie es immer schon gemacht und so sollte es bleiben. Alles beim Alten. Wer die Macht hat, spricht das letzte Wort.
Doch am Ostermorgen beginnt das Neue. So wie im Frühjahr die Winterstarre weicht, das Leben wieder aufbricht und Knospen zur Blüte werden, so durchbricht die Liebe die Grenze des Todes und kommt wieder neu in Bewegung. Die Machthaber hatten zu Jesus und seiner Botschaft ihr Nein gesagt, doch Gott hat in der Auferstehung Jesu sein Ja gesprochen.
Das Kreuz ist von da an nicht mehr das starre Zeichen des Todes, es bewegt sich und wird zum Zeichen des neuen Lebens, das die Macht des Todes überwindet.
Nun heißt es nicht mehr: Es bleibt alles beim Alten, sondern: Gott macht alles neu. An Ostern fängt es an, immer wieder. Mit der Auferstehung Jesu hat es begonnen und ist seitdem nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Bis heute gilt darum: Die Macht der Mächtigen – im Kleinen und im Großen - ist nicht unbegrenzt, sie wird nicht das letzte Wort behalten. Die mit dem Tod regieren, sind nicht allmächtig. Gottes Ziel mit der Welt ist nicht der Abgrund, nicht die Katastrophe, sondern das Leben, die Liebe, die Menschlichkeit. Der Weg Jesu und seiner Botschaft geht weiter, auch bei und mit uns.
Rüdiger Schellhaas-Eberle














